Curus Blog
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Hasst der Westen den Islam?

In der Süddeutschen Zeitung wurde ein Gastbeitrag des ägyptischen Schriftstellers Alaa Al-Aswani veröffentlicht, der den Mord an der 31-jährigen Ägypterin Marwa Al-Sherbini in einem Gerichtssaal in Dresden als Aufhänger nutzt, um das Verhältnis von Islam und „Westen“ erneut zu beleuchten. Hier ein Auszug:

„Sollte ein gewöhnlicher Westler die Wahrheit über den Islam dadurch herausfinden wollen, indem er sich damit beschäftigt, was Moslems tun und sagen: Was würde er finden? […] Er wird nicht herausfinden, dass die Frau des Propheten 19 und nicht neun Jahre alt war. Er wird nicht herausfinden, dass der Islam Männern und Frauen gleiche Rechte und Pflichten gibt. Er wird nicht herausfinden, dass jeder, der jemanden tötet, in den Augen des Islam alle Menschen getötet hat. Er wird nie herausfinden, dass der Gesichtsschleier Niqab nichts mit dem Islam zu tun hat, sondern ein Brauch ist, der mit dem Geld aus dem Golf aus einer zurückgebliebenen Wüstenkultur zu uns gekommen ist. Der Westler wird nicht herausfinden, dass die wahre Botschaft des Islam Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit ist, dass er die Freiheit des Glaubens garantiert, dass alle die glauben wollen, glauben dürfen, und alle die, die nicht glauben wollen, nicht müssen, und dass Demokratie ganz essentiell ist für den Islam, weil kein moslemischer Herrscher sein Amt ohne die Zustimmung und die Wahl der Moslems bekleiden darf. Können wir es dem Westler letztlich vorhalten, wenn er den Islam für eine Religion der Rückständigkeit und des Terrorismus hält?“

Auf solche Artikel verweise ich gerne, auch wenn im Rahmen solcher Kleinblogs wie diesem hier vielleicht nur eine handvoll Leute darauf stoßen. Denn ich bin ein großer Fan davon, bestehende Vorurteile abzulegen und keine neuen aufzubauen.

Leseempfehlungbefehl!

(via Fefe)

2 Antworten to “Hasst der Westen den Islam?”

  1. Ich bin mit der Richtung natürlich einverstanden. Andererseits weiß ich nicht, wie glaubwürdig es sein kann, von der wahren Botschaft des Islam zu sprechen, als gäbe es nur eine. Das erinnert mich dann wieder an Christen, die immer argumentieren, alles, was schieflaufe, hätte ja nichts mit „wahrem“ Christentum zu tun.
    Natürlich gibt es wie bei jeder Religion vernünftige und unvernünftige Muslime, und sicher ist der Islam per se nicht schlimmer als andere Religionen, aber ich finde, dass Al-Aswani es sich in der Argumentation ein bisschen zu leicht macht. Und sowas kann einer Sache auch schaden.

    • Ich weiß, was du meinst. Das Problem – oder für andere die Freiheit – liegt eben darin, dass Religion für jeden etwas anderes bedeutet. Und daher reicht es mir erstmal eine vernünftige Sicht zu betrachten – als Gegenpol zu den Missverständnissen, die Al-Aswani klären will. Tatsächlich fehlt mir darüber hinaus aber auch die große Erkenntnis im Artikel, wobei die Frage ist, ob man die überhaupt erlangen kann.


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